Passivrauchen: Professionelle Täuschung und Manipulation der Öffentlichkeit durch die Tabaklobby

Dass Rauchen der Gesundheit schadet, Leiden verursacht und schmerzhaften Tod verursachen kann, ist keine große Neuigkeit mehr.

Das Video zeigt, was ein Raucher sich UND seinen Mitmenschen mehrmals pro Tag antut: Stellen Sie sich vor, Sie atmen den Rauch von 10, 15 oder 20 Zigaretten ein.

Die Gefährlichkeit des Passivrauchens bestreitet deshalb auch kein ernstzunehmender Mensch mehr. Ein bizarrer Streit ist allerdings um die Zahlen der Passivrauchopfer entbrannt, der vom eigentlichen Thema ablenken und Zweifel säen soll.

Der Grund für dieses Vorgehen ist so einfach wie vielsagend: Die Tabakindustrie weiß genau, dass Passivrauchen die Gesundheit von Menschen beeinträchtigt und mit großer Wahrscheinlichkeit auch für Todesfälle ursächlich ist.

We cannot say ETS is "safe" and if we do, this is a "dangerous" statement.
Projekt Down Under, 1987
Deshalb wird von keinem Tabakkonzern weltweit die Garantie abgegeben oder die Aussage getroffen, dass ETS (Environmental Tobacco Smoke, der Fachausdruck für Passivrauch), ungefährlich ist - stattdessen hat man sich darauf festgelegt zu behaupten, dass es keinen wissenschaftlichen Beweis für die Schädlichkeit oder die Tödlichkeit von ETS gibt (1) und Studien zum Thema anzugreifen und Zweifel über die Verlässlichkeit, die Objektivität oder die Methodik zu säen(1).

Als flankierende Maßnahme wurde vorgegeben, den Dialog mit Nichtrauchern und Politik zu suchen und sich für den Schutz der Gesundheit zu interessieren - ohne jedoch tatsächlich die eigene Haltung zu ändern oder tatsächlich etwas zu tun. Dabei wurden zwei Ziele verfolgt: Ruhigstellung der Nichtraucher und „Isolation" der sog. „Antis".

Die „Antis" sind nach Sichtweise der Tabaklobby Personen und Institutionen, die gegen die wirtschaftlichen Interessen der Tabaklobby handeln, über die Schädlichkeit des Rauchens und des Passivrauchens aufklären und somit für Absatzprobleme und gesetzgeberische Maßnahmen sorgen.

Die Tabaklobby unterscheidet demnach nicht zwischen Rauchern und Nichtrauchern, sondern zwischen Rauchern, Nichtrauchern und Antis (1). Während man die Nichtraucher wohlwissend der leichten Beeinflussbarkeit durch Kampagnen, die Dialogbereitschaft und Verständnis suggerieren, nicht besonders ernst nimmt, betrachtet man Antis als Feinde, die man mit allen Mitteln bekämpft. Zu diesen Mitteln zählen u.a. zivilrechtliche Verfolgung, Diskreditierung, Verleumdung, Ausgrenzung, Drohung.

Make it hurt: Let pols know down side of anti activity. To do this, we take on vulnerable candidate, beat him/her, let people know we did it."
Projekt Down Under, 1987
So wurde in einem Protokoll des Philip Morris-Projekts „Down Under" (1), welches 1987 verfasst wurde, auch die gezielte Ausübung von Druck auf Politiker als Methode festgehalten und die Absicht, die Umgebung wissen zu lassen, woher der Druck kommt, schriftlich geäußert - Methoden, die denen der organisierten Kriminalität nicht unähnlich sind.

Ferner hat man es nicht unterlassen, Einfluss auf die Medien auszuüben. Zu diesem Zwecke wurden gezielt Chefredakteure und Journalisten zu besonderen Veranstaltungen eingeladen - zuweilen auch zu Luxusreisen. Der Hintergedanke war dabei klar: Eine im Sinne der Tabaklobby unkritische Berichterstattung sicherzustellen.

Antriebsfeder dieser Vorgehensweisen ist die Erkenntnis, dass die eigenen Produkte Tod und Leid verursachen und im Falle einer politischen Anerkennung dieser Tatsachen durch gesetzgeberische Maßnahmen hohe Schadenersatzforderungen bis hin zum Herstellungs- und Vertriebsverbot drohen können. Dass diese Angst nicht unbegründet war, zeigte letztlich ein spektakulärer Prozess gegen die Tabakindustrie in den USA und erst jüngst die erfolgreiche Klage auf Schadenersatz durch eine Raucherwitwe, die den Konzern Philip Morris zur Zahlung von 145 Millionen Dollar Schadenersatz verpflichtet (10).

Wer nun glaubt, dass diese Praktiken und Methoden ein Phänomen sind, welches nur auf die USA begrenzt ist, der täuscht sich gewaltig (8). Die USA sind für die Tabakkonzerne weitgehend verlorenes Terrain. Nach China ist insbesondere der europäische Raum für die Tabaklobby von größter Bedeutung - und in Europa nimmt für die Konzerne Deutschland eine Schlüsselrolle ein.

If we keep saying bad science, we need to develop good science.
Projekt Down Under 1987
e. Deshalb wird auch heute noch mit den gleichen Methoden gearbeitet: Wissenschaftler werden gezielt „akquiriert" (6,7,11), Bücher werden publiziert, Autoren engagiert, wissenschaftliche Arbeiten, die den eigenen Zielen zuwiderlaufen, werden in Zweifel gezogen, Politiker unter Druck gesetzt, Journalisten und Redakteure gezielt bearbeitet, Dialogbereitschaft geheuchelt etc.

The VdC works with the dehoga; Boca Raton Progress Report, 1989. Vereine und Verbände, die seit jeher engste Kontakte zur Tabaklobby pflegen, wie z.B. der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband, der mit ehemaligen Verband der Cigarettenindustrie zusammengearbeitet hat (2,5), wurden instrumentalisiert, um unter den Wirten Existenzängste zu schüren und die Umsatzlüge zu kultivieren.

Auch der ganze Tross „für‘s Grobe" wurde in erstaunlicher Geschwindigkeit geschaffen: Rauchervereine (12), Raucherblogs etc. - gefördert von Spezialisten aus dem Umfeld der Tabaklobby und zum Teil auch mit Geld der Tabaklobby unterstützt. Sinn und Zweck dieser Vereine ist neben dem Erzeugen von Druck auf die Politik, das Erzeugen von Störfeuern in der Medienlandschaft durch Blogbeiträge, Leserbriefe (13) und Kommentare sowie der Beeinflussung der Öffentlichkeit auch das Beschäftigen sowie die politische Isolation der Nichtraucherverbände (13).

Dabei kalkuliert man die Trägheit und die Scheu der Nichtraucher fest mit in die Rechnung ein - denn würden sich die Mehrheit der Nichtraucher nicht nur einig sein, sondern auch ihre Stimme erheben, dann wäre innerhalb einer Legislaturperiode das Thema „Passivrauchen" weitgehend erledigt.

Quellen:
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