Retourkutsche für Drogenwirte: Weihrauch statt Zigarettenrauch

Wer kennt die Situation nicht: Man sitzt im Biergarten und irgendjemand steckt sich ungefragt eine Zigarette an. Egal, ob der Raucher 2, 5 oder 10 Meter entfernt sitzt: Die gute Luft weicht dem Gestank von Zigarettenqualm und verdirbt den Appetit auf das Mitgebrachte und Gekaufte.

Grund genug, sich Gedanken darüber zu machen, wie man sich – natürlich ohne Schaden zu verursachen – mit Witz und gleicher Frechheit dagegen wehren kann. Eine effektive und mittlerweile auch erprobte Möglichkeit besteht in der Anwendung von Weihrauch, den man problemlos in den meisten Räucherläden und auch im Internet bekommen kann.

Dabei eignen sich die verschiedenen Weihraucharten auf Grund ihres sehr unterschiedlichen (intensiven) Duftes mal mehr und mal weniger. Als besonders effektiv hat sich im Feldversuch Benzoe erwiesen. Benzoe verbreitet einen sehr intensiven Geruch, der entfernt an Vanille erinnert – zudem entfalten bereits geringe Mengen von Benzoe erstaunliche Mengen Rauch. Bei Benzoe handelt es sich um ein Harz, welches überwiegend vor allem vom Storaxbaum gewonnen wird. Neben der Anwendung als Weihrauch wurde Benzoe auch als Heilmittel und Bestandteil von Parfums verwendet. Einer der Duftstoffe, die Benzoesäure, wird auch als Konservierungsmittel für Lebensmittel verwendet.

Zunächst schüttet man etwas Vogelsand gleichmäßig in einen vorhandenen Aschenbecher, bis dieser mindestens 5mm hoch damit gefüllt ist (besser mehr als zu wenig). Darauf legt man nun die selbstzündende Räucherkohle und zündet sie an. Da selbstzündende Räucherkohle normalerweise dazu neigt, leicht Funken zu versprühen, empfiehlt sich eine Unterlage, um Tischdecken und Tische nicht zu beschädigen. Entweder ein mitgebrachtes Stück Alufolie (ca. 30 x 30 cm) oder eine alte Zeitung (vorsicht bei glühenden Funken – diese unbedingt sofort löschen!!!). Das Durchzünden der Kohle dauert etwa 40-50 Sekunden. Danach kann das Räucherwerk aufgelegt werden. Benzoe neigt zu starker Rauchentwicklung - deshalb genügt ein kleines Stück – maximal in der Größe einer Erbse – meist völlig.

Auf solche Maßnahmen wird je nach Klientel unterschiedlich reagiert. Dessen bewusst hat der Feldversuch in einer größeren Gruppe in einem großen Münchner Biergarten stattgefunden. Die Irritation und Empörung unter den anwesenden Rauchern war groß (so viel zum Thema “Toleranz”). Auch das Personal wusste nicht so recht damit umzugehen. Durch einen Verweis auf die Religionsfreiheit (Räuchern kann Bestandteil der jeweiligen Glaubenszugehörigkeit sein) sowie die Tatsache, dass ja auch die Raucher ihren Qualm verbreiten dürfen, war dann aber Ruhe. Ein paar Raucher schimpften noch und verwendeten vulgäre Wörter, als sie sich dann einen weiter entfernten Platz gesucht hatten. In den folgenden Stunden gab es kein Problem mehr mit Zigarettenrauch.

Grundsätzlich ist beim Einsatz darauf zu achten, dass kein Brand entstehen kann. Der zuvor genannte Vogelsand schützt das Glas des Aschenbechers vor zu starker Erhitzung durch die Kohle. Untergelegte Aluminiumfolie schützt vor den Funken der selbstzündenden Kohle. Bei starkem Wind sollte besonders darauf geachtet werden, dass kein Funkenflug stattfindet. Ein Glas Wasser in Griffweite ist sinnvoll, um im Zweifelsfall löschen zu können.

Die Mengen des Weihrauchs sollten eher sparsam dosiert werden – eben so, dass gerade der gewünschte Effekt erzielt wird. Sofern sich ein Wirt dagegen ausspricht, kann man zwar diskutieren und argumentieren – jedoch hat der Wirt das Hausrecht und kann folglich entsprechend einschreiten. In Parks und auf Wiesen ist das jedoch nicht der Fall – hier sind nur die entsprechenden Vorkehrungen zum Brandschutz sowie ggf. bestehende Verbote unbedingt zu beachten.

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