Hamburg und die Unendliche Geschichte: wer am lautesten schreit, gewinnt

Es ist ein Drama. Da haben wir gerade noch ein Bundesland von 16, in dem die Chance auf ein für alle Beteiligten sinnvolles, absolutes Rauchverbot ohne diese absurden Ausnahmen verwirklicht werden könnte - die Gesundheitspolitiker sämtlicher im Stadtparlament vertretenen Parteien sind sich bereits einig - doch was geschieht wieder?

Nun, was immer passiert: es wird massiv Druck ausgeübt von der Lobbygemeinschaft von Wirtschaftspolitikern (und das, obwohl die FDP nicht mal im Landtag repräsentiert ist), Tabakindustrie und DEHOGA-hörigen Wirte-Vertretern. Es ist anscheinend für die Gegner eines vernünftigen Gesundheitsschutzes, der niemand benachteiligt und einfach umsetzbar ist, ein Leichtes, sich zusammenzufinden. Sechzehn Organisationen stellen Demos und Plakataktionen auf die Beine, um Bevölkerung, Gastronomie und letztlich auch die noch unentschlossenen Politiker mit ihren Lügen und ihrer auch in den Medien verbreiteten Propaganda zum Umkippen zu bewegen.

Anstatt Vorbild für die übrigen Länder zu sein, wird es also vermutlich auch in der zweitgrößten deutschen Stadt zu einer unsinnigen Regelung kommen. Man will ja nicht der "Außenseiter" unter den Nordlichtern sein. Und was ist denn mit der "Toleranz" der weltoffenen Stadt?

Aber was kann man machen, um nicht erneut Jahre auf eine neue Regelung auf Bundes- oder EU-Ebene warten zu müssen? Gibt es auch eine Koalition der Vernunft? Eine Koalition der "Guten", die gegen die Lügen von Tabaklobby und Dehoga angeht? Leider wird man vergeblich etwas Schlagkräftiges auf dieser Seite finden.

Traurig. Aber wegen Ignoranz und Desinteresse oder einfach nur wegen unbeschreiblicher Starrheit und Faulheit wird diese Chance wohl wieder nicht genutzt werden. Wer unterstützt die "gute" Seite?

Vielleicht  Greenpeace? Immerhin ist ihr Hauptsitz in Hamburg. Nein. Sie bleiben dabei, dass sie keine Stellungnahmen abgeben zu Themen, in denen sie nicht aktiv sind. Dabei könnte man sich ja schuldig machen, durch einen kurzen Artikel in der Zeitung, eine kleine Stellungnahme in den Medien à la "Greenpeace befürwortet ein absolutes Rauchverbot aus Gesundheits- und Umweltschutzgründen" zu einem Bewusstseinswandel in der Bevölkerung beizutragen. 

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