Werden die Pferde gewechselt?

Seehofer wird vom Saulus zum Paulus und macht das Konvertieren salonfähig. Dann will plötzlich auch Kanzlerin Merkel, die sich nur wenige Wochen vorher noch für eine freiwillige Lösung eingesetzt hat, die Nichtraucher besser schützen.

Nun kommt die für die Gastronomie zuständige Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) mit dem Vorschlag, die Regierung solle im Herbst nächsten Jahres über ein Rauchverbot befinden. Der NGG-Vorsitzender Franz-Josef Möllenberg sagte gegenüber der Welt am Sonntag: "Schon jetzt sollte der Bund die Arbeitsstättenverordnung ändern, um ein Recht auf einen rauchfreien Arbeitsplatz einzuräumen." Schließlich führe kein Weg mehr an einem Rauchverbot vorbei.

Geholfen hat dem Gewerkschaftsboss von NGG, die u.a. aus dem 1865 gegründeten "Allgemeinen Deutschen Cigarrenarbeiterverein" (daher auch der Begriff "Genuss" im Gewerkschaftsnamen) hervorgegangen ist und sich noch vor wenigen Monaten voll der Argumentation des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) nach Freiwilligkeit in der Gastronomie angeschlossen hat, vielleicht eine neue Studie aus Norwegen.

Dort prüften Mediziner die Lungen von Kneipenpersonal jeweils vor und nach einer Schicht und verglichen die Werte mit den Untersuchungen vor dem 2004 verordneten Rauchverbot. Das Ergebnis war eindeutig und signifikant: Nach dem Verbot konnten die Beschäftigten nach der Schicht mehr ausatmen als vorher. Und diese Werte haben sich gegenüber den Ergebnissen vor dem Rauchverbot in Restaurants stark verbessert.

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