Pro Rauchfrei bei European Healthy Stadia Conference (Manchester City Stadion)

Pro-Rauchfrei nahm an der Healthy Stadia Conference teilManchester, 21.03.2013

Nach 2009 fand nun in Manchester zum 2. Mal die Healthy Stadia Conference statt. Bei dieser Konferenz trafen sich am 21.3.2013 im Manchester City Stadion 40 Austeller/Sprecher und 200 Teilnehmer. Unter ihnen war der Bayerische Landesvertreter von Pro Rauchfrei, Rainer Nickel.

Bei dieser Veranstaltung geht es um eine europaweite Konferenz, bei der die unterschiedlichen Sprecher Beispiele einer „gesunden“ Verbindung von Sport und Mensch im und um das Stadion aufzeigen.Unter den Sprechern waren Vertreter aus folgenden Organisationen: EU, UEFA, WHO (World Heart Federation), Vertreter von verschiedenen Vereinen und Bereichen der Premier League (Manchester City, Liverpool FC, Aston Villa), ein Vertreter des Managements des FC Barcelona, ein Health Consultant aus Holland und ein Professor aus Finnland. Auffällig an den ersten Präsentationen war, dass speziell in England die Premier-League-Vereine ihre soziale Verantwortung als Meinungsbildner und Vorbilder für eine gesunde Lebensweise aktiv in die Hand nehmen. So werben Stars von Liverpool und Manchester City für ein Leben ohne Nikotin; ein rauchfreies Stadion haben die englischen Fans ja bereits seit 2007. Nun sollen die Jugendlichen auch zu mehr Bewegung und gesunder Ernährung motiviert werden. Auch in Holland gibt es ein erfolgreiches landesweites Projekt: „Voetbal is meer dan Voetbal“! Bei diesem Projekt werden, analog zu England, Jugendliche in der Schule „per Vertrag“ mit einem Fußballstar der holländischen Fußballliga zur  Zusammenarbeit in einem Health-Seminar verpflichtet. Rauchen ist auch hier tabu und wird professionell vorgelebt.

health_stadia_conferenceAlternativ gibt es auch noch Sportprogramme für 25-55-Jährige und über 60-Jährige. ("Oldstars"). Interessant wurde es, als der Deutsche EU-Kommissar Gerhard Steffes das Projekt „Ex-smokers are Unstoppable“ vorstellte. Im Rahmen dieses EU- Projektes wurde eine Smartphone-App namens „iCoach“entwickelt, welche  Raucher unterstützt, mit dem Rauchen aufzuhören. Diese App wurde zwischenzeitlich mehr als 160.000-mal heruntergeladen. Im Zusammenhang mit dieser Initiative wurde der wohl bekannteste Fußballclub der Welt - der FC Barcelona – gewonnen und es wurde eine Spezialversion der iCoach-App für Fans des FC Barcelona entwickelt. Die Geschäftsführung des FC Barcelona, vertreten durch Dr. Jordi Mones, war von dieser Idee so angetan, dass sie das Thema aufgriff und eine Mitgliederbefragung durchführte, ob das Nou Camp Stadion, das größte Stadion in Europa mit 91.000 Plätzen Fassungsvermögen, in Zukunft komplett rauchfrei sein solle. 80 % der Mitglieder stimmten mit "Ja" und das Stadion ist seitdem rauchfrei. Viele Barcelona-Stars werben in einem kleinen Video für diese Initiative. (http://www.youtube.com/watch?v=cB_WfMZAiGU)

Als Höhepunkt der Veranstaltung kündigte dann der UEFA-Beauftragte Patrick Gasser an, dass in einem Zeitrahmen von 3-5 Jahren alle Champions-League-Spiele rauchfrei sein sollen. Die Veranstaltung endete somit mit einem schönen Ausblick: Wenn  nun die eine oder andere Bundesligamannschaft auch ihrer sozialen Verantwortung im Bezug auf Sport und Gesundheit gerecht wird, dann könnte bereits in der Saison 2014/2015 das eine oder andere Bundesligastadion rauchfrei werden.

Abschließend noch ein Interview, das Pro-Rauchfrei Landesvertreter Rainer Nickel mit Dr. Jordi Mones (FC Barcelona) führte:

dr._monesNickel: „Dr. Mones, wie haben Sie es geschafft, den Präsidenten und Ihre Vorstandskollegen von der Initiative: www.quitsmokingwithbarca.eu zu überzeugen?“

Dr. Mones: „Das war anfangs sehr schwierig, denn mein Präsident sagte: „Jordi, that is not our business!“, aber ich habe Ihm dann gesagt, dass ein Verein wie der FCB seiner sozialen Verantwortung AKTIV gerecht sein muss, wer heute nicht aktiv ist, wird morgen von einem Prozess überrollt. Der FCB ist auch nicht nur ein normaler Fußballverein, sondern laut unserer Vereinsphilosophie mehr als ein Verein – nämlich ein soziales Vorbild für alle Fans und Jugendlichen. Bei dem Schaden, den Rauchen aktiv und passiv mit 700.000 Toten jährlich in Europa anrichtet, war es klar, dass wir da was machen müssen und die Kampagne der EU kam da gerade Recht.“

Nickel: „Gab es denn nicht auch unter den Fans großen Widerstand?“

Dr. Mones: „Natürlich gab es erst großen Widerstand, aber das legte sich sehr schnell. Heute haben wir 300 Fälle von renitenten Rauchern pro Spieltag, das sind weniger als 0,5 % der Gesamtbesucherzahl. Das ist doch ein gutes Ergebnis. Ich kann Ihnen auch folgendes Beispiel sagen, dass eigentlich jeder Raucher gegen das Rauchen ist. Ich frage ihn dann: „Wollen Sie, dass Ihre Kinder rauchen?“ Fast 100 % der Raucher sagen daraufhin zu mir: "Natürlich nicht", also sage ich: „Sie sind auch gegen das Rauchen, nur können Sie (noch) nicht damit aufhören!“

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