Schützen Polizisten Raucherwirte?

 PolizeiWie sonst ist nachfolgender Vorgang zu erklären?

Üblicherweise kümmern sich die Ordnungsämter um die Einhaltung des Nichtraucherschutzes. Doch in manchen Orten in Bayern scheinen die Polizisten nach Sheriff-Manier Anzeigen gegen Wirte, die vorsätzlich gegen das Rauchverbot verstoßen, zu lösen. Jedoch nicht in dem Sinn, dass sie dem Übeltäter Wirt an den Kragen gehen, sondern dem Beschwerdeführer. Der nachfolgende Brief eines Beschwerdeführers zeigt,

dass manchmal Ordnungshüter auf dem rauchenden Auge blind sind.

Zum Sachverhalt: Ein Gast hatte einen Wirt angezeigt, weil dieser in seiner Gaststätte die Gäste rauchen ließ. Plötzlich erhielten wir die Nachricht von der Polizei, der Beschwerdeführer hat seine Anzeige zurückgezogen. Was war passiert? Wir fragten nach.

"Sehr geehrtes Team von Pro Rauchfrei, das erkläre ich Ihnen gerne.

Ich wohne seit Juli letzten Jahres in High Noon (Anm.: von der Redaktion geändert) und hier auf dem Land werden solche Sachen anders geregelt.
Die Anzeige hatte ich noch unter meiner Münchner Adresse erstattet, die Polizei hat mich aber trotzdem gefunden.

Irgendwann im August stand sie vor meiner Haustür, ganz "unauffällig" im
Streifenwagen. Der Beamte wollte auch nicht ins Haus kommen, sonder mir sein Anliegen direkt vor der Haustür eröffnen - und zwar so, dass es auch wirklich JEDER Nachbar mitbekommen hat.

Er hat mir durch sein Verhalten deutlich gemacht, dass ich der eigentliche Übeltäter bin und nicht die Wirte. Er hätte mich auch am liebsten gleich zur Vernehmung auf die Wache mitgenommen. Ich konnte ihn aber
davon abhalten und einen Termin für den nächsten Tag vereinbaren.

Am nächsten Tag auf der Polizeistation durfte ich dann erst einmal einige Zeit im Warteraum schmoren und über mein "Vergehen" nachdenken, weil er natürlich wichtigeres zu tun hatte, als eine Befragung wegen eines Verstoßes gegen das Rauchverbot aufzunehmen. Der Beamte wohnt in High Noon hat Familie und kennt sicher auch den einen oder anderen Wirt. Also konnte ich mir ausmalen, wie mein zukünftiges Leben hier in High Noon aussehen würde.

Ich habe das kleinere Übel gewählt und meine Anzeige zurückgezogen. Die Auswahl an Gaststätten ist nicht sehr groß. Lieber mache ich eine Faust in der Tasche, wenn ich bei einem der Wirte einkehre, als immer damit rechnen zu müssen, irgendwelche Fremdkörper im Essen oder Getränk zu finden.
Tut mir leid, aber das ist die Realität."

Pro Rauchfrei wird dieses Verhalten der Polizei von High Noon so nicht akzeptieren. Wir werden den (die) Wirt(e) weiterhin „besuchen“.

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