Überprüfung bestätigt: Jede dritte Gaststätte ist verraucht

 

Kommentar vorweg: Sind die wirklich so doof?

Da will eine kleine Splittergruppe aus der Tabakfraktion mitreden und hat doch keine Ahnung. Sie vergleicht ein Städtchen bei München (Karlsfeld) von gerade einmal 41 Gastbetrieben mit der repräsentativen Studie von Pro Rauchfrei mit über 7.200 Gaststätten. Letztendlich bestätigt sie mit 68 % rauchfreien Betrieben (28 von 41 waren angeblich rauchfrei) sogar die umfassende Studie von Pro Rauchfrei mit bayernweit 65 % -und will es trotzdem nicht kapieren.

 

Pressemeldung vom 24.06.2010
Tabaklobby bestätigt indirekt Studie von Pro Rauchfrei

Mindestens in jeder dritten Gaststätte in Bayern wird heute schon wieder geraucht. Das hat der Verein Pro Rauchfrei als Mitinitiator des Volksbegehrens für echten Nichtraucherschutz in der bislang aufwändigsten Studie zur aktuellen Situation in der bayerischen Gastronomie dokumentiert. Dabei wurden über 7.200 Cafés, Restaurants, Diskotheken und Kneipen in allen Teilen Bayerns telefonisch befragt.

Wir haben damit die Behauptung der Tabaklobby widerlegt, neun von zehn Lokalen in Bayern seien rauchfrei. Das so genannte „Aktionsbündnis für Freiheit und Toleranz“ stützt diese Behauptung auf eine Statistik des Münchener Kreisverwaltungsreferats. Der Behörde zufolge gab es zum Jahreswechsel 2009/ 2010 in der Landeshauptstadt unter insgesamt 7.831 Gaststätten nur 841 Rauchergaststätten. Beim KVR wird aber auch der Kaffeeausschank im Altersheim oder der Bierausschank im Bordell registriert. Tatsächlich hat das statistische Landesamt nur rund 3.800 Gaststätten in München gezählt. Mit anderen Worten: Die Kampagne „Bayern sagt Nein“ beruht auf einem Definitionstrick.

Nun hat uns Heinrich Kohlhuber von der Splittergruppe „Fairness für Raucher“ ultimativ dazu aufgefordert, die Rohdaten unserer Studie einem seiner Anwälte zu überlassen. Im Fußball liefe eine solche Forderung auf den Anspruch einer Mannschaft hinaus, im entscheidenden Spiel den Schiedsrichter zu stellen. Mit Fairness hat das nichts zu tun. Pro Rauchfrei hat seine Datenbasis zwecks Qualitätssicherung beim Notariat Dr. Rieder/Dr. Schwanecke in Erlangen hinterlegt.

Die Forderung von Herrn Kohlhuber ist aber auch deshalb unsinnig, weil er dieselben Gaststätten noch mal anrufen will, bei denen wir uns inkognito danach erkundigt haben, ob geraucht werden darf oder nicht. Unsere fingierten Anfragen orientieren sich an den Testkäufen beim Verbraucherschutz. Sie lassen sich nicht einfach wiederholen, weil die Gastwirte in der Zwischenzeit durch die Presseberichte von unserer Studie erfahren haben und vorgewarnt sind.

Eine methodisch saubere Überprüfung kann deshalb nur vor Ort erfolgen. Die Gruppierung von Herrn Kohlhuber hat dies am Beispiel einer Testbegehung der Nichtraucher-Initiative München vorgemacht. Dabei wurden 41 bzw. 31 Gaststätten in Karlfeld bei München vor Ort in Augenschein genommen, um herauszufinden, wie dort der Nichtraucherschutz gehandhabt wird. „Fairness für Raucher“ ist nun zu dem Ergebnis gekommen, dass in 13 von 41 geprüften Lokalen geraucht wird. Herr Kohlhuber selber hat damit unsere Aussage bestätigt, dass eins von drei Lokalen heute schon wieder verraucht ist. Da weitere Lockerungen des Rauchverbots in der Gastronomie schon fest vereinbart sind, wird dieser Trend weitergehen, bis der Schutz vor den Gefahren des Passivrauchens nur noch auf dem Papier besteht. Wir würden uns freuen, wenn Herr Kohlhuber dies durch weitere Begehungen in ausgewählten bayerischen Städten und Gemeinden untermauert.

Bayern braucht endlich eine unbürokratische, effektive und einheitliche Lösung für den Nichtraucherschutz. Darum appellieren wir noch einmal an alle Mitbürger, am 4. Juli mit Ja zu stimmen.


Siegfried Ermer
Vorstand/Pressesprecher
Pro Rauchfrei e.V.
Tel. 0171 – 7718245
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Internet: www.pro-rauchfrei.de

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