Pressemeldungen

Der Strippenzieher der Tabakindustrie im Wirtschaftsministerium

Wie ein Politiker einen Mordanschlag auf das Tabakwerbeverbot verübt

Seit Jahren gehen die Lobbyisten in den Berliner Ministerien ein und aus. Und dabei leisten sie ganze Arbeit. Entscheidende Schritte zur Eindämmung des Tabakkonsums werden durch ihren Einfluss seit jeher von der Politik torpediert. Nun entlarvt Pro Rauchfrei einen dieser Strippenzieher.

Seit Ernährungsminister Schmidt ein Tabakwerbeverbot fordert, stellt sich offiziell das Wirtschaftsministerium quer. Während Sigmar Gabriel nur dessen Aushängeschild ist, ist der eigentlich Mächtige für Grundsatzfragen zur Industriepolitik, der beamtete Staatssekretär Matthias Machnig, seines Zeichens Kettenraucher und seit Jahren berüchtigter Trickser hinter den Kulissen der Politik.

Als Wahlkampf-Manager verkaufte Machnig schon 1998 Gerhard Schröder als „Marke“ und drückte als Wirtschaftsminister dem Land „Das ist Thüringen“ einen Stempel auf. Er weiß, dass man mit guter Werbung alles verkaufen kann. Und so taucht ein Mann überall da auf, wo Machnig tätig ist, und umgekehrt: Detmar Karpinski, Chef der Werbeagentur KNSK, zu deren zahlungskräftigen Kunden British American Tobacco (BAT) gehört.

Und wie echte Kumpels lassen sie auch bei Schwierigkeiten nicht voneinander ab: Machnig bekam, als er für einige Zeit aus der Politik flüchten musste, durch KSNK einen Posten als Unternehmensberater vermittelt: Gleichzeitig war und ist KNSK dort, wo Machnig etwas zu sagen hat, als Nutznießer millionenschwerer Aufträge präsent – heimliche Absprachen inklusive, wie kolportiert wird.

So also läuft die Verbindung: Politik (Machnig) – KNSK (Karpinski) – Tabakindustrie (Lucky Strike). Man kennt sich. Man hilft sich. Man bedient sich. Hier hat die Tabaklobby den Fuß meilenweit in der Tür.

„Es ist ein Skandal, dass noch immer mafiöse Strukturen in der Politik die Tabakprävention untergraben. Es muss endlich Schluss damit sein, dass Raucher am politischen Hebel der Macht die Interessen der Tabakindustrie fördern, indem sie Gesetze schreiben oder solche unterbinden“, fordert Siegfried Ermer, Bundesvorsitzender von Pro Rauchfrei, Deutschlands größtem Nichtraucherschutzverband.

(Bild: aus dem Video "Tabakwerbung in die Tonne" von Forum Rauchfrei)

Philip Morris prahlt mit schmutzigem Geld

Bewusst zum Weltnichtrauchertag macht sich „Marlboro-Man“ über die Politik lustig

Gewinne aus Tabak sind auf Kosten vieler Verlierer gemacht, mahnt Pro Rauchfrei

Der Tabakgigant Altria, Mutterkonzern von Philip Morris  (PM), überzieht ausgerechnet zum gestrigen Weltnichtrauchertag die Bemühungen der WHO und vieler ehrenamtlicher Organisationen (wie Pro Rauchfrei), einen besseren Nichtraucherschutz zu erreichen, mit Hohn und Spott.

Nicht anders ist es zu werten, dass PM damit prahlt, seit dem ersten Weltnichtrauchertag 1987 eine Ertragssteigerung von 12.000 Prozent erreicht zu haben, und das trotz Verschärfung von Gesetzen und der Eindämmung von Werbung.

Als zynisch und verwerflich bezeichnet der Bundesvorsitzende Siegfried Ermer von Pro Rauchfrei, Deutschlands größtem Nichtraucher-Verbraucherschutzverband, wie PM seine Mitverantwortung für über 168 Mio. Tabaktote weltweit, davon allein 3,9 Mio. in Deutschland, noch als Gewinn verkaufen möchte: „Diese Firma und ihre Mitstreiter in aller Welt handeln wie skrupellose Banditen und Mafiosi, denen jedes Mittel recht ist, Menschen süchtig und damit abhängig zu machen, um an deren Krankheiten und frühem Tod Milliarden zu verdienen. So schrecken sie auch nicht davor zurück, die vielen Passivrauchkranken und  -toten an ihrem Gedenktag zu verhöhnen.“

In diesem Zusammenhang ruft Pro Rauchfrei abermals die deutsche Politik auf, endlich ein umfassendes Werbeverbot, verbunden mit drastischen Preissteigerungen für Tabakwaren, zu beschließen. „Es kann nicht sein, unbarmherzig mit Gesetzessündern umzugehen, aber Unternehmen, deren Geschäftsmodell nur auf dem Leid von Millionen und Milliarden Menschen beruht, zu schonen. Auch die meisten Politiker seit 1987 haben sich mitschuldig am Tod dieser Mitmenschen gemacht“, stellt Ermer abschließend fest.

Die Zahlen der Verlierer
Gewinner Altria (Philip Morris)
(Quelle: msn.com
Verlierer: Wir alle
12.000 Prozent Rendite seit 1987 168 Mio. Tabaktote weltweit seit 1987
3,9 Mio. Tabaktote in Deutschland seit 1987
18,67 Prozent pro Jahr

6 Mio. Tabaktote weltweit pro Jahr
140.000 Tabaktote in Deutschland pro Jahr

über 22 Milliarden USD Nettogewinn seit 2009  geschätzt über 136 Milliarden Euro Ausgaben von Rauchern in Deutschland seit 2009
fast 1 Mio. Euro Ausgaben für Werbung pro Stunde (gesamte Tabakindustrie) 680 Tabaktote weltweit pro Stunde,
davon ca. 68 durch Passivrauchen
  Volkswirtschaftliche Schäden durch Rauchen pro Jahr in Deutschland insgesamt: 79 Milliarden Euro.
  Raucher sterben 6-10 Jahre früher als Nichtraucher
  eder 2. Raucher stirbt an Krankheiten, die mit dem Rauchen in Zusammenhang stehen
  Rauchen mindert die Lebensqualität beträchtlich: Es verursacht bzw. fördert vielfältige Erkrankungen: Krebs, Erkrankungen von Herz und Kreislauf, Atemwegen, Lunge, Verdauungsorgane, Darm, Blase, Augen, Ohren, Haut.
Rauchen schädigt das ungeborene Leben und mindert die Fruchtbarkeit bzw. Potenz. /td>

 

Nichtraucherschutz - Stiefkind in Braunschweigs Gastronomie

Skandalöse Zustände in der Szene

Der Nichtraucherschutz ist Stiefkind in Braunschweigs Gastronomie

Konkrete Beschwerden, die Braunschweiger Lokalszene sei total verraucht, erreichten Pro Rauchfrei immer wieder. Deshalb machte sich der Verein selbst ein Bild der Lage und besuchte Ende Februar 2015 40 Lokale, Kneipen, Bars und drei Spielhallen, teilweise mehrmals. Ergebnis: Skandalöser Nichtraucherschutz in Gaststätten.

Wieder einmal zeigt sich, dass ein Gesetz mit zahlreichen Ausnahmen zur Schummelei geradezu einlädt. Das gilt für Niedersachsen genauso wie für Baden-Württemberg, Hessen oder Rheinland-Pfalz.

Von 40 überprüften Gaststätten entspricht lediglich eine den Vorgaben des niedersächsischen Nichtraucherschutzgesetzes, bei 27 fehlt der Hinweis auf das Zutrittsverbot für Personen unter 18 Jahren, bei 25 der Hinweis auf eine Rauchergaststätte, bei weiteren drei ist diese Kennzeichnung ungenügend sichtbar, bei 6 Gaststätten (keine Raucherlokale) finden sich meist volle Aschenbecher auf dem Tresen, in 7 Speisegaststätten wurde geraucht, dazu noch in 2 Spielhallen mit gewerblicher Gastronomie, in 10 Gaststätten mit einer Trennung von Nichtraucher- und Raucherbereich wird außerhalb des Raucherbereichs geraucht, in 6 ist der Raucherraum dauerhaft offen bzw. gibt es keine Türen. Ein Problem sind auch Betriebe unter 75m2, die zwei Räume aufweisen, aber für sich offensichtlich die Sonderregelung für Einraumgaststätten in Anspruch nehmen.

Alle Beanstandungen sind von Pro Rauchfrei zur Anzeige gebracht worden. Die Bußgeldstelle der Stadt Braunschweig hat die weitere Bearbeitung übernommen. Demnach dürften viele Gastronomen bald Post erhalten. Für Wiederholungstäter drohen z.T. empfindliche Bußgelder. 

"Das Schummelwerk, das angeblich vor den Gefahren des Passivrauchens schützen soll, hat zur Folge, dass das Ausgehen für Nichtraucher zum Vabanque-Spiel wird. Das konnten wir in Braunschweig belegen. Aber auch aus vielen anderen Städten in Niedersachsen liegen uns ähnliche Beschwerden vor. Es kann daher nur heißen: Weg mit diesen Ausnahmen in diesem Alibi-Gesetz", fordert Siegfried Ermer, Pressesprecher und Vorsitzender von Pro Rauchfrei, des einzigen Verbraucherschutzverbandes für Nichtraucher in Deutschland.

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