Rauchfreie Freibäder: Sport und Spaß in frischer Luft

08.05.2015: Die Freibadsaison beginnt im Mai. Für die ersten Mutigen, die jetzt die Liegewiesen sprenkeln, wird es noch ein rauchfreies Vergnügen sein, denn sie haben viel Platz um den Liegestuhl herum.

Rauchfreie Freibäder bieten Sport und Spaß an frischer Luft

Doch an den richtig heißen Sommertagen und in den Ferien reihen sich die Badetücher so eng aneinander wie Ölsardinen in der Büchse. Leider steigt Tabakrauch nicht sofort steil nach oben, wie man sich das wünschen würde, sondern wabert geraume Zeit in Nasenhöhe herum, bevor er sich verflüchtigt. Wie Wissenschaftler in einer Studie der kalifornischen Stanford-Universität herausgefunden haben, ist Tabakrauch im Freien etwa bis zu einer Entfernung von zwei Metern noch schädlich und verstärkt die Feinstaubbelastung, der man ohnehin den Tag über ausgesetzt ist. Nicht zu reden von der ungesunden Wirkung auf Asthmatiker, Allergiker und gegen Tabakrauch empfindliche Menschen.

In der Presse liest man öfter von Anträgen auf Rauchverbot auf den Liegewiesen von Freibädern, noch zu oft sind diese Initiativen aber nicht erfolgreich. Dennoch gibt es positive Beispiele rauchfreier Freibäder oder solcher, die getrennte Raucher- und Nichtraucherbereiche ausweisen. Die Auslöser dafür waren verschieden: Oft gaben anhaltende Proteste von Eltern den Ausschlag, dass nun zumindest im Kleinkinderbereich das Rauchen unterlassen werden muss, manchmal haben sich Schwimmer beschwert, die nach dem Auftauchen den über der Wasseroberfläche hinziehenden Rauch einatmen mussten, häufig ist der Kippenmüll auf den Liegewiesen ein Anlass, in manchen Fällen auch Überlegungen zur Brandgefahr bei trockenem Wetter.

Komplett rauchfreie Freibäder

Ein aktuelles Beispiel dafür sind die zehn Familienbäder Wiens, die aus Kinderschutzgründen zuerst getrennte Bereiche angeboten hatten und nun heuer ein totales Rauchverbot aussprachen, da sich die Raucher nicht an die Regelungen gehalten hatten. Auch im Frei- und Hallenbad des Mainzer Schwimmvereins und im Freibad Gnarrenburg (Niedersachsen) badet und sonnt man sich völlig rauchfrei. In Rottenburg a. Neckar plant man ein Rauchverbot für das gesamte Freibad oder hat dies eventuell schon eingeführt.

Freibäder mit getrennten Bereichen

Diese findet man im Schyrenbad München, in den Freibädern von  Mühlacker, Dachau, Dorfen, dem Familienbad Oberbieber (Neuwied), der Badeanlage Rantzauer See in Barmstedt (Pinneberg) und den Grazer Freibädern.

Freibäder mit Rauchverbot in den Kinderbereichen

In den Nürnberger Freibädern sind die Kleinkindbereiche rauchfrei; der Nichtraucherschutz soll in der kommenden Saison noch ausgeweitet werden. Dank einer Initiative des örtlichen Kinderschutzbundes ist der Kinderbereich im Murrhardter Trauzenbach-Freibad (Baden-Württemberg) rauchfrei. Im Kleinkindbereich sowohl des AQWA-Freibads Walldorf (Baden-Württemberg) als auch des Freibads Germering darf nicht geraucht werden. Der Passus in der Badeordnung, dass Rauchen auf den Liegewiesen unerwünscht sei, ist leider inzwischen gestrichen worden.

Eine kuriose Regelung hat das Freibad Eckbusch (Wuppertal). Die dortige Badeordnung legt fest, dass auf den Liegewiesen nur geraucht werden dürfe, sofern es die anderen Gäste nicht störe.

Die Einführung von Rauchverboten wurde beispielsweise in Lahnstein, Offenburg und Tübingen von einer Mehrzahl der Stadträte bzw. der Verwaltung abgelehnt, im Fall Tübingen trotz massiver Beschwerden von Badegästen.

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